Viele Retro-Fans rüsten ihren GameBoy heute mit praktischen Akku-Mods aus. Das hat klare Vorteile: keine teuren Batterien mehr kaufen, komfortables Laden über USB und oft sogar längere Spielzeit. Doch was viele unterschätzen: Lässt man den Akku über einen längeren Zeitraum im GameBoy, kann das zu dauerhaften Schäden führen (selbst wenn das Gerät ausgeschaltet ist).

Nintendo selbst weist schon seit Jahrzehnten darauf hin, dass Batterien nach einer längeren Nichtbenutzung entfernt werden sollten. Der Grund gilt für alle original batterie­betriebenen GameBoy-Modelle, vom klassischen grauen GameBoy (DMG) über den GameBoy Pocket und Color bis hin zum GameBoy Advance. Und das betrifft ebenso moderne Akku-Mods.

Warum entlädt sich ein Akku im ausgeschalteten GameBoy?

Auch wenn der GameBoy scheinbar komplett ausgeschaltet ist, fließt im Inneren ein winziger Strom. Diese minimalen „Standby-Impulse“ versorgen bestimmte Bauteile oder entstehen einfach durch den elektronischen Aufbau der Platine. Das nennt man Kriechstrom oder Reststromverbrauch.

Bei Batterien oder Akkus bedeutet das: Sie werden langsam, aber kontinuierlich entladen. Über Wochen oder Monate sinkt so der Ladezustand und genau hier liegt das Problem.

Was passiert, wenn Akkus zu tief entladen werden?

Bei wiederaufladbaren Lithium-Akkus führt eine Tiefentladung zu chemischen Veränderungen im Inneren.

Lithium-Akkus: Die Spannung fällt unter ein sicheres Niveau, was zu Gasbildung, Aufblähung oder sogar internen Kurzschlüssen führen kann.

Es kommt zum Elektrolytaustritt welches man auch umgangssprachlich, der Akku „läuft aus“ betitelt. Diese Flüssigkeit ist ätzend und kann Kontakte, Platinen und Gehäuseteile dauerhaft beschädigen.

Und was ist mit normalen Batterien?

Das gleiche Prinzip gilt auch für klassische AA- oder AAA-Batterien. Selbst im ausgeschalteten GameBoy verlieren sie langsam ihre Ladung. Werden sie leer genug, setzen chemische Prozesse ein, bei denen die Batteriesäure austritt. Nintendo beschreibt genau diesen Effekt in der offiziellen Nintendo Support

Der sichere Umgang mit Akku-Mods im GameBoy

Wer seinen GameBoy mit einem Akku-Mod ausgestattet hat, sollte sich an eine einfache Regel halten:

Wird der GameBoy länger als einen Monat nicht benutzt, Akku entnehmen und separat lagern.

Am besten nutzt man dafür eine feuerfeste oder zumindest stabile Aufbewahrungsbox und lagert den Akku an einem trockenen, kühlen Ort. So schützt man sowohl den Akku als auch den GameBoy vor möglichen Schäden.

Warum „ein Monat“ als Grenze?

Die Angabe von rund einem Monat ist ein guter Richtwert, denn nach dieser Zeit kann die Spannung (abhängig von Akkufüllstand), Kapazität und Reststromverbrauch des GameBoys, schon so weit gefallen sein, dass chemische Schäden möglich werden. Manche Akkus halten länger, andere deutlich kürzer (je nachdem wie geladen der Akku ist). Der Monat ist daher eine konservative Empfehlung, um auf Nummer sicher zu gehen.

Fazit

Ein Akku-Mod ist eine großartige Verbesserung für den GameBoy, doch wie bei jedem wiederaufladbaren Energiespeicher gilt: Sorgfalt und regelmäßige Kontrolle verlängern die Lebensdauer und schützen vor teuren Reparaturen. Egal ob GameBoy Classic, Pocket, Color oder Advance, nach längerer Nichtbenutzung sollte der Akku immer entfernt und sicher gelagert werden. Das schützt nicht nur die Hardware, sondern auch eure wertvolle Retro-Sammlung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert